Kurioses

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... endlich mal ein Parkplatz in erster Reihe für den Organisten!
Gesehen in Keitum auf Sylt.

 

Dies ist die Kirche in Suurhusen. Der schiefe Turm zu Pisa kann einpacken, angesichts dieser Schräglage. Soweit ich weiß ist diese Kirche sogar noch in Gebrauch.
Was die installierte Orgel angeht, weiß ich leider nichts. Aber wäre ich Orgel in diesem Gebäude, würde ich mich auch absetzen.

 

Rechts ist die Suurhuser Kirche in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Man sieht, daß auch das Dach des Schiffes einen Buckel hat.
(Anm.: es ist gar nicht so einfach diesen schiefen Turm in der waagerechten zu fotografieren. Man dreht die Kamera unwillkürlich.)

 


Roß=Adern, ihr Gebrauch bey der Orgel und Zubereitung (Johann Mattheson, Der Vollkommene Kapellmeister 1739, S.462)

Sobald die Sehnen dem Pferde ausgeschnitten sind, werden sie getrocknet, solange, bis sie dem trockenen Leime sowohl an der Ge-stalt, als an der Härte, nicht unähnlich sind. Hierauf werden diese Spann=Adern mit Hämmern solange geschlagen, bis sie faedemicht werden, wie etwa ein harter, dicker Flachs. Nach diesem werden die Faeden aus einander geleget, auf das Holtz, welches zum den Blasebalge bestimmet ist, fest geleimet und so dann überledert.


Basedower Löwe

Bei Orgelliebhabern bestimmt einigermaßen bekannt ist der Basedower Löwe.
Hinter dem beeindruckenden Namen verbirgt sich eine schauerlich skurile, animierte Schnitzarbeit. Betätigt der Organist den Register- zug Principal 16', so rollt der Löwe mit den Augen und streckt die Zunge heraus.

Wissenswertes zur Orgel:

Erbaut von Samuel Gercke (1680-1683), sowie Heinrich Herbst sen. und jun. Die Orgel verfügt über drei Manuale und Pedal, verteilt auf Oberwerk, Rückpositiv, Brustwerk und Pedal. Der Tonumfang der Manualwerke erstreckt sich von C, D, E - c''', das Pedal hat einen Umfang von C, D, E, - c'
Die Stimmtonhöhe beträgt a'= 461 Hz
Gestimmt ist die Orgel mitteltönig nach Praetorius

Die Orgel hat ein bewegtes Leben hinter sich, so erlebte sie mehrere Umbau- und Reparaturarbeiten und auch von einem Kirchen- brand blieb sie nicht ganz verschont. So sind von den 36 Registern 14 nahezu vollständig erhalten, das Brustwerk ist rekonstruiert und neugebaut, ebenso die anderen Register mit unterschiedlich hohem Anteil an Originalmaterial.
Die Restaurierungwurde in den Jahren 1980/83 von der Potsdamer Firma Alexander Schuke durchgeführt.

Der Prospekt der Orgel ist außerordentlich im Stil der Renaissance verziert und bildet eine wunderbare Einheit mit der Emporen- brüstung. Die farbenprächtigen Schnitzereien derselben finden eine harmonische Weiterführung im Gehäuse der Orgel. Darüber hinaus sind jeweils die größten Pfeifen eines Pfeifenfeldes vergoldet und mit floralem Rankwerk sowie Fratzen im Bereich der Labien bemalt.
Das Oberwerksgehäuse der Orgel besitzt Flügeltüren, die sowohl auf der Innen-, als auch auf der Außenseitebemalt sind. In geöffne- tem Zustand erblickt man Gemälde von der Auferstehung und Himmelfahrt Christi, im geschlossenen Zustand zeigen die Gemälde einerseits den Kampf um Jericho mit zahlreichen Trompetenbläsern und andererseits eine Schlachtenszene. Für das Rück-positiv sind keine Flügeltüren mehr vorhanden. Die beiden Pedaltürme sind dagegen mit Leinwandvorhängen verschließbar, die alttestamentarische Szenen von David und Goliath und Simson mit dem Löwen zeigen.

Zu guter letzt möchte ich alle Kunstliebhaber anregen, die kleine Kirche in Basedow (Mecklenburg) zu besuchen. Der äußerst kleine Kirchenraum ( die gesamte Länge beträgt etwas mehr als 20m!) beherbergt zahlreiche Kunstschätze wie Epitaphien, Kreuzigungsgruppe und 20 Tafelbilder. Diese prächtige Innenausstattung verdankt der heutige Besucher der Patronatsfamilie Hahn aus dem 16./17. Jhdt.
Insgesamt bildet die Kirche mit all ihrem Renaissanceschmuck und der riesig wirkenden Orgel eine faszinierende Einheit.


Dies ist das Uhrwerk der Kirche in Westerhusen (links, 92kB). Es wurde wahrscheinlich zwischen den Jahren 1650 und 1720 hergestellt. Es wird heute noch täglich von Hand aufgezogen uns betätigt stündlich eine Schlagglocke. Das Kuriose daran sind die Gewichte, die durch die Decke in den Chorraum hinab hängen (rechts, 54kB).

 

Wie man sieht, ragen die schweren Gewichte durch die Decke. Um Verletzungen zu vermeiden, sind sie durch ein Metallgitter abgeschirmt (damit sich niemand durch die herabrasenden Gewichte verletzten kann).


Tinka als ViefussHier sieht man einen Vierfuß der besonderen Art. Zieht man dieses "Register", ertönt ein sonorer, aber doch obertonreicher Klang. Dies funktioniert auch ohne Orgelmotor, da der Windgenerator integriert ist.
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